Die Tauffeier in verschiedenen Kulturen
Der Unterschied zwischen eine Taufe in christilichen Ländern und der Welt
Ablauf einer christliche Taufe
Wer noch nie einer christlichen Tauffeier – abgesehen seiner eigenen – beigewohnt hat, wird vielleicht gerne wissen wollen, was alles so im Zeremoniell vorkommt.
Vor dem Taufgottesdienst
Bevor die Kirchengemeinde den Taufgottesdienst gemeinsam abhält, spricht der Pfarrer mit Eltern, Paten und Gemeinde. Oft geschieht dies noch draußen vor der Kirchentüre. Die Eltern werden nach dem Namen des Kindes gefragt und nach dem Wunsch, den sie haben. Hierauf antworten die Eltern, dass sie den Wunsch haben, das Kind taufen zu lassen. Danach werden die Paten befragt, ob sie bereit seien, die Patenschaft zu übernehmen. Erst wenn dies mit „Ja“ bestätigt wurde, richtet der Pfarrer die Worte an die Gemeinde. Geschah dies noch vor der Kirchentüre, geht man jetzt gemeinsam hinein. In moderneren Gemeinden können diese Gespräche bereits in der Kirche stattfinden. Nun folgt der eigentliche Taufgottesdienst.
Der Taufgottesdienst
Der Taufgottesdienst ist ein nicht-eucharistischer, sondern ein reiner Wortgottesdienst. Hier wird keine Kommunion bzw. kein Abendmahl verteilt. Es wechseln sich Lieder, biblische Lesungen und Fürbitten miteinander ab, um die Gemeinschaft auf die bevorstehende Taufzeremonie einzustimmen.
Die eigentliche Taufe
Die Taufgemeinde geht zum Taufbecken. In der Katholischen Kirche wird das Kind zuvor noch mit Katechumenenöl gesalbt. Nun wird das Taufwasser betrachtet (evangelisch) oder es findet eine Taufwasserweihe (katholisch) statt. Bevor das Kind getauft werden kann, muss das Glaubensbekenntnis der Eltern und Paten vollzogen werden. Dazu fragt der Priester zunächst die Eltern, danach die Paten, ob sie dem Bösen entsagen und ob sie an Gott glauben. Wenn dies hörbar bejaht wurde, spricht die gesamte Taufgemeinde das Apostolische Glaubensbekenntnis. Nun treten die Eltern und die Paten an das Taufbecken heran, das Kind liegt im Arm der Mutter. Der Pate legt seine Hand schützend auf den Kopf des Kindes. Da in unserem Kulturkreis der Täufling nicht komplett eingetaucht wird, wird er dreimal mit dem Taufwaser übergossen. Hierzu spricht der Priester folgende Worte: „Kindesname, ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Nachdem der eigentliche Taufakt beendet ist, wird das Kind in der Regel nochmals gesalbt. Hierzu wird Chrisam verwandt. Jetzt, wo der Täufling durch das Wasser reingewaschen ist, wird ihm das weiße Gewand der Reinheit übergelegt. Das Taufkleid kommt ins Spiel. Nun geht der Vater hin und entzündet die Taufkerze an der großen Osterkerze. Die brennende Kerze wird nun an die anderen Gemeindemitglieder weitergereicht, dass jeder das Licht erhält. Nun folgt der Effata-Ritus, worin dem Kind symbolisch die Ohren und der Mund geöffnet werden, damit es Gottes Wort höre und verkünde.
Abschluss der Tauffeier
Zum Abschluss wird vor dem Altar noch gemeinsam gebetet, dann ist der kirchliche Akt vorüber und die Gesellschaft kann zur Feier gehen.
Die Tauffeier und ihr Ablauf in verschiedenen Kulturen
Hierzulande kennt man hauptsächlich zwei Formen der Taufzeremonie, die sich nicht wesentlich unterscheiden: die katholische und die evangelische. Wie verhält es sich aber in anderen Ländern, zum Beispiel in völlig anderen christlichen Kulturen?
Griechenland – Die griechisch-orthodoxe Taufe
Die Glaubensrichtung in Griechenland ist griechisch-orthodox. Wird nach dieser Tradition eine Taufe durchgeführt, hat diese eine noch viel stärkere Bedeutung, auch in rechtlicher Hinsicht, als bei uns, wo die Taufe einen großen Symbolwert besitzt. Bei unseren Taufen, ob evangelisch oder katholisch, wird dem Kind zwar ein Name gegeben, aber den hatte es zuvor schon, eingetragen beim Standesamt. Anders ist es in der griechisch-orthodoxen Tradition. Ungetaufte Kinder besitzen noch keinen Namen. Es wird auch kein Name in amtlichen Urkunden verzeichnet, bis das Kind getauft wurde. Sprechen bei uns die Eltern den Taufvorgang mit dem Priester ab, wobei er das Kind in der Zeremonie auf seinen Namen tauft, den die Eltern ausgesucht haben, ist in der griechisch-orthodoxen Tradition der Taufpate für die Namensgebung zuständig. Natürlich wird dieser sich mit den Eltern abstimmen und ihre Wünsche berücksichtigen. Allerdings steht fest, dass der Name, den der Pate als erstes laut ausspricht vor dem Priester als Kindesname genommen werden muss. Wenn er sich also für einen anderen Namen entgegen den elterlichen Wünschen entscheidet, wird der Name eingetragen, den der Pate genannt hat. Erhält das Kind bei uns symbolisch einige Tropfen gesegneten Wassers auf seine Stirn geträufelt, taucht der Pate das Baby in Griechenland komplett in das Wasser ein.
Bulgarien – Orthodoxe Taufzeremonie
In Bulgarien wird es ähnlich gehandhabt wie in der griechisch-orthodoxen Kirche. Der kleine Täufling wird gesalbt und komplett in das Weihwasser eingetaucht. Dieses Eintauchen in Wasser hat natürlich ebenfalls eine starke symbolische Bedeutung. Während der Täufling unter Wasser ist, kämpft er eigentlich mit seinem Leben, wenn man es genau betrachtet. Hält man ihn nämlich zu lange unter Wasser, würde das Kind ersticken. Selbstverständlich wird das Kleine nur kurz untergetaucht. Dieser Prozess aber steht für den Kampf gegen das Böse. Unter Wasser kommen die bösen Kräfte und wollen dem Kind das Leben rauben. Sobald es wieder auftaucht, hat es diese Kräfte besiegt und ist eins geworden mit Jesus Christus.
Egal, in welche christliche Kultur man sich begibt. Die Taufe ist ein Akt der Hinführung zu Gott und ein Abwenden von dem Bösen. Mit dem Wasser unterzieht man sich einer Reinigung. Die Kindstaufe ist dabei des Übliche, es gibt aber auch die Erwachsenentaufe, wie sie vor allem in den USA bei einigen christlichen, nicht-katholischen, Gemeinden beliebt sind. Die Taufe ist und bleibt das Bekenntnis zum christlichen Glauben, das sehr feierlich begangen wird. Dieser Tag zählt zu den wichtigsten im Leben eines Menschen und er sollte würdevoll gefeiert werden.


