Taufe


Glückwünsche und Geschenke zur Taufe für das Baby

Die Taufe ist ein Ritual, das bereits in vorchristlicher Zeit existierte. So wurde Jesus als geborener Jude von Johannes dem Täufer durch Eintauchen in Wasser einer symbolischen Reinigung unterworfen. Das Wasser hatte neben seiner Funktion als lebensspendendes Grundnahrungsmittel auch die Aufgabe, den Körper von Schmutz zu reinigen. Mit der körperlichen Reinigung, mit dem Abwaschen des Staubes, entstand das Symbol der geistigen Reinigung. Immerhin konnte man geistige Prozesse nicht sichtbar machen, also bediente man sich eines symbolischen Ersatzes. Die Baby Taufe bezeichnet lediglich den Vorgang des Eintauchens in Wasser.

Durch Jesus Christus, der sich selbst taufen ließ, erlangte die Taufe jenen Stellenwert, den sie bei Christen heute noch auf der ganzen Welt hat: mit diesem Ritual tritt der Täufling ein in die Gemeinschaft der Christen und erlangt seine Verbundenheit mit Jesus. Als Jesus getauft wurde, soll sich der Himmel aufgetan und die Stimme Gottes gesprochen haben: „Seht her, das ist mein geliebter Sohn.“ So gab mit dem Taufritual Gott seinen Sohn zu erkennen. Ähnliches geschieht unter den weltweit praktizierenden Christen heute mit der damit verbundenen Namensgebung. Mit dem geweihten Wasser erhält der Mensch seinen Namen. Der Reinigungsprozess baut darauf, dass der Staub ersatzweise für Schuld und Sünde abgewaschen wird und der Mensch dadurch geistig und seelisch rein für einen Neuanfang wird. In der christlichen Überlieferung kommt der Mensch bereits mit der Erbschuld beladen zur Welt und muss zuerst von der Sünde des Menschseins reingewaschen werden. Dies geschieht mit dem Wasser der Taufe.

Der Taufprozess macht aus der menschlichen Seele symbolisch eine tabula rasa. Man ist dazu übergegangen, Menschen am Beginn ihres Lebens zu taufen, damit sie ihren Lebensweg völlig neu beginnen können, ohne sich mit sündigen Altlasten auf der Seele beladen zu müssen. Das macht die Taufe zu einem der wichtigsten Ereignisse im Leben eines Christen. Da verwundert es kaum, dass viele Menschen dieser feierlichen Zeremonie beiwohnen und dem jungen Menschen den Start in sein Leben verschönen wollen. So wie das Taufwasser das Symbol der Reinigung darstellt, bedeuten die Taufgeschenke symbolisch der Glückwünsche zur Taufe, das man dem Täufling auf seinem künftigen Weg mitgeben möchte.

Neben aller Symbolik bedeutet eine Taufe in der heutigen Zeit vor allem, dass Familie und Freunde zusammenkommen können, miteinander feiern und den kleinen Menschen in ihrer Mitte begrüßen. Das Tauffest ist ein guter Anlass für ein großes Familientreffen, zu dem niemand mit leeren Händen erscheinen möchte. Dazu bieten sich spezielle Taufgeschenke, aber auch Geldgeschenke an. Neue Nachbarn heißt man bekanntermaßen mit Brot und Salz willkommen, einen kleinen Menschen in der Welt mit Schmuck und Geld. Gereinigt durch die Taufe, versehen mit seinem persönlichen Namen und beschenkt mit Großzügigkeit, kann das Kleine einer sonnigen Zukunft entgegensehen.

Die Taufe stellt in christlichen Religionen ein Ritual zur die Aufnahme in die weltweite Gemeinschaft der Christen dar. Dieses Sakrament (bezeichnet eine heilige kirchliche Handlung als sichtbares Zeichen für die Gegenwart Gottes) wird heute im Rahmen einer feierlichen kirchlichen Zeremonie meistens im Kreise der engsten Verwandten und Bekannten empfangen. Ein wichtiger Teil dieses Taufrituals ist auch die Benennung so genannter Paten, welche den Täufling beratend durchs Leben begleiten. Durch ökumenische Entwicklungen wird eine Taufe mittlerweile konfessionsübergreifend bei den meisten christlichen Religionen akzeptiert.

Grundlegende Informationen über den Ursprung der Taufe als Form eines symbolischen Aktes der Selbstreinigung finden sich schon in frühen Übersetzungen der Bibel. Das im alten Testament verwendete, griechische Wort βαπτίζειν für taufen bedeutet wörtlich ein- bzw. untertauchen. Dieser frühe Ansatz der Ganzkörpertaufe wird im neuen Testament durch ein formales Ritual der Taufe als Abkehr vom bisherigen Leben und Neubeginn eines Lebens nach Gottes Gesetz durch Johannes den Täufer beschrieben (sogenannte Johannestaufe im Fluss Jordan). Eine der wichtigsten theologischen Grundlagen der Taufe im christlichen Glauben wird am Ende des Matthäus Evangeliums wiedergegeben: der Auftrag Jesu zur Taufe (in der Literatur meist „Missions- oder Taufbefehl Jesu“ genannt):
„Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28, Vers 18-20).
Aus diesen Anfängen des Taufzeremoniells heraus entwickelten sich sehr schnell konfessionell unterschiedliche Formen und Rituale einzelner Glaubensrichtungen, denn die Taufe stellte, nach damaliger Auffassung, auch immer eine Entscheidung für und eine Bindung an eine spezifische religiöse Lehre dar. Beeinflusst durch teilweise vehemente dogmatische Diskussionen, wurden die jeweiligen Schwerpunkte der Taufhandlung und ihre Interpretation betont und als unvereinbar mit anderen Anschauungen gebrandmarkt. Erst im Zuge ökumenischer Bewegungen in der Neuzeit setzte sich ein Konsens über den gemeinsamen biblischen Ursprung und allmählich auch die gegenseitige Anerkennung der Taufe durch.

Die Zeichen der Taufe sind als wesentliches Element das Wasser, als Symbol für ein lebensspendendes und reinigendes Element. Die Themen Werden und Vergehen, Tod und Auferstehung, Ende und (Neu-) Anfang sollen sich in ihm finden. Ein weiteres wichtiges Element ist das Licht als Symbol für das Leben, für das Ziel, für den Weg, dies wird heute mit der Taufkerze verdeutlicht. Das eigentliche kirchliche Ritual basiert auf den Worten des Matthäus Evangeliums, was sich in der gebräuchlichen Taufformel verdeutlicht. Diese begleiten alle Täuflinge und Taufeltern auch heute noch weltweit in der Vorbereitung auf diesen ersten wichtigen Schritt zur Teilhabe an der christlichen Gemeinschaft. In dieser Zeit befassen sich Taufeltern und/oder Täufling mit den Fragen des Weges oder der Veränderungen, den die christliche Religion bietet oder vorgibt. Für die Vorbereitung ebenso bedeutsam ist die die Auswahl des Taufspruchs, der den Täufling sein Leben lang begleitet. In diesem Bibelvers sollte sich ausdrücken, was für den individuellen Lebensweg des Täuflings als besonders wesentlich erscheint.

Eine weitere wichtige Rolle spielt das Patenamt, hier werden Menschen benannt, die neben den Eltern den Täuflingen auf ihrem Lebensweg aktiv zur Seite stehen und die Annäherung an den christlichen Weg unterstützen. Eine Voraussetzung zur Übernahme dieser Verantwortung ist die Zugehörigkeit zu einer christlichen Gemeinschaft. Neben dem formalen kirchlichen Taufzeremoniell haben die zugehörige Tauffeier und die Auswahl der Geschenke zur Taufe eine mehr gesellschaftliche Bedeutung.

Trotz vieler Bestrebungen verschiedener Glaubensrichtungen um einen Konsens gibt es eine Reihe von kontrovers diskutierten Punkten. Beispielsweise in der Diskussion über die Bevorzugung von Kindstaufe oder Erwachsenentaufe gibt es eine Reihe von Argumenten für beide Formen. Die heute meist gebräuchliche Variante ist die der Kindstaufe als ein Versprechen der Eltern, die Kinder an den christlichen Glauben heranzuführen. Deren nächster Schritt stellt das eigenständige „Ja“ der Jugendlichen zur Aufnahme in die christliche Gemeinschaft durch die Konfirmation/Firmung dar. Ein Argument für die Erwachsenentaufe stellt neben historischen Ansätzen der Schwerpunkt der bewussten Entscheidung eines Menschen, diesen Weg zu gehen, dar.

Zusammengefasst ist die Taufe in christlichen Religionen ein Ritual der symbolischen Reinigung für einen Neuanfang und bedeutet eine Entscheidung für den christlichen Lebensweg. Sie hat damit den formalen Charakter einer Aufnahme in die religiöse Gemeinschaft. Auch wenn Unterschiede und Varianten diskutiert werden, ist der Taufakt an sich in allen christlichen Religionen akzeptiert.